• Kontakt
  • Datenschutz

Informationen zum Coronavirus

Kapitel 1: Umgang in der Zahnarztpraxis

Nach Auskunft des RKI geht eine Gefahr der Infektionsübertragung gegenwärtig vor allem von erkrankten Personen und Personen, die in letzter Zeit Kontakt zu Erkrankten hatten, aus.

1. Anamnese
Der Anamneseerhebung kommt deshalb zur Begrenzung des Infektionsrisikos eine große und zentrale Bedeutung zu.
In diesem Zusammenhang spielen die Aufklärung der Patientinnen und Patienten und die stete Aufklärung und Schulung des Behandlungsteams eine weitere wichtige Rolle.

2. Routinemäßige Behandlung von Patientinnen und Patienten ohne COVID-19 (Verdacht oder Nachweis)
Die Übertragung von Viren durch anamnetisch unauffällige, symptomlos erkrankte Personen kann durch die Einhaltung von Standard-Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen verhindert werden. Die diesbezüglichen Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan und den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ sowie der „Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250)“ festgehalten.

2.1 Standard-Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen
In der zahnärztlichen Praxis sind selbstverständlich die üblichen Standard-Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen einzuhalten.
Auf den „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für ärztliche und zahnärztliche Praxen“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) vom 11. Februar 2021 wird verwiesen.

2.1.1
Bei unmittelbarem, engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu Patientinnen und Patienten ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske - ohne Ausatemventil - zu tragen.
Weiterhin gehören in Abhängigkeit von Art und Umfang des Infektionsrisikos und der Exposition das konsequente und ordnungsgemäße Tragen einer Schutzbrille mit Seitenschutz und von medizinischen Einmalhandschuhen. Die zusätzliche Verwendung von Visieren/ Schutzschilden kann die Sicherheit weiter erhöhen.

2.1.2
Bei allen Patientinnen und Patienten sollte vor einer Behandlung unter Einsatz wassergekühlter Übertragungsinstrumente eine antimikrobielle Mundspülung erfolgen.

2.1.3
Auf eine wirksame hochvolumige technische Absaugtechnik wird stets geachtet.

2.1.4
Möglichst unter Spanngummi („Kofferdam“) behandeln.

2.1.5
Weitere Hygienemaßnahmen aus der RKI-Empfehlung „Zahnheilkunde“ und dem Hygieneplan sind konsequent umzusetzen.

___________________________________________________________________
 

Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 (aus Anamnese begründeter Verdacht oder Nachweis)

Um einer Weiterverbreitung des Virus entgegen zu wirken, sollten Patientinnen und Patienten durch geeignete Maßnahmen (z.B. Homepage, Aushänge an und in der Praxis) informiert werden, dass sie sich bei Atemwegsinfektionen, die z. B. im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infizierten Person (COVID-19) in Kontakt stehen, zuerst telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen.

Patientinnen und Patienten, die bereits Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollten zur Sicherung der Diagnose an den Hausarzt bzw. den kassenärztlichen Notdienst unter Tel. 116 117 verwiesen werden.


Für die zahnmedizinische Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 (aus Anamnese begründeter Verdacht oder Nachweis), gilt es gemäß Biostoffverordnung (insbesondere unter Beachtung der TRBA 250 und der TRBA 255) und Gefahrstoffverordnung erweiterte/ zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Diese sind insbesondere:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an "Covid-19“ erkrankten Patientinnen und Patienten von den Patientinnen und Patienten der Normalsprechstunde.
  • Vor Betreten der Praxis legen die Patientinnen und Patienten z.B. eine medizinische Mund-Nasen-Schutz-Maske an. Dieses Thema kann die Praxis evtl. bereits im Vorfeld mit den Patientinnen und Patienten telefonisch abklären. Die Patientinnen und Patienten werden beim Betreten der Praxis zur Händedesinfektion angehalten. Die medizinische Mund-Nasen-Schutz-Maske legen die Patientinnen und Patienten erst unmittelbar vor Behandlungsbeginn ab.
  • Vor der Behandlung ist die Mundhöhle der Patientinnen und Patienten mit einer antiviralen Lösung zu spülen.
  • Die besondere (zusätzliche) Persönliche Schutzausrüstung des Behandlungsteams besteht aus einem langärmligen Schutzkittel. Bei unmittelbarem, engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu Patientinnen oder Patienten ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske - ohne Ausatemventil - zu tragen. Schutzbrille mit Seitenschutz (auch Korbbrillen) und medizinische Einmalhandschuhe gehören zu den Standard-Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen. Die zusätzliche Verwendung von Visieren/Schutzschilden und das Tragen einer Kopfhaube können die Sicherheit weiter erhöhen.
  • Auf Aerosol-produzierende zahnmedizinische Behandlungen sollte möglichst verzichtet werden. Dies erreicht man durch einen weitgehenden Verzicht auf ultraschallgetriebene Handstücke und Chirurgiegeräte, Turbinen und Pulverstrahlgeräte.
  • Möglichst unter Spanngummi („Kofferdam“) behandeln. Auf eine wirksame hochvolumige technische Absaugtechnik ist zu achten.
  • Getragene Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.
  • Patientinnen und Patienten anhalten, vor dem Verlassen der Praxis die Hände zu desinfizieren.
  • Bei der Hände- und Flächendesinfektion, der Medizinprodukte-Aufbereitung, der Wäscheaufbereitung sowie der Abfallentsorgung sind keine Abweichungen vom routinemäßigen Verfahren erforderlich.
     

Corona-Ambulanzen und Schwerpunktpraxen

Bitte beachten Sie, dass an eine zahnmedizinische Behandlung von Patientinnen und Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, nur zu denken ist, wenn die genannten erweiterten/ zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen und umgesetzt sind. Alternativ sind speziell hierfür eingerichtete Corona-Ambulanzen und Schwerpunktpraxen eingerichtet. Mehr Informationen finden Sie hier.
 

Wichtiger Hinweis zur FFP-Atemschutzmaske

FFP-Atemschutzmasken ohne Ausatemventil sind gegenwärtig der optimale Eigen- und Fremdschutz, eben auch für den Fall, dass ein Träger dieser Maske (z. B. Zahnärztin oder Zahnarzt) evtl. ein symptomloser Virusträger sein könnte.
 

Risikogruppe - Patientinnen und Patienten

Jede zahnmedizinische Behandlung von Risikogruppen (Risikofaktoren: Alter ≥ 60 Jahre; Kardiale Vorerkrankungen ; Pulmonale Vorerkrankungen (z.B. Asthma, chronische Bronchitis); Chronische Lebererkrankungen; Diabetes mellitus; Onkologischer Patientinnen und Patienten; Immunsupprimierter Patientinnen und Patienten (Bedingt durch Erkrankungen oder Therapie)) unterliegt einer besonderen Sorgfalt und gesonderten Risikoabschätzung.

Risikogruppe - Behandlungsteam

Weiterhin ist auch innerhalb des Behandlungsteams eine personenindividuelle Risikoabschätzung gemäß den aktuellen RKI-Vorgaben (Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf: siehe obiger Absatz) zu beachten.
 

Zahnmedizinische Behandlung von Pflegebedürftigen (z. B. in einer Alten- und Pflegeeinrichtung)

Gemäß TRBA 255 (Ziffer 7.4.2 Abs. 2) ist bei der zahnmedizinischen Behandlung von Pflegebedürftigen (z.B. in einer Alten- und Pflegeeinrichtung) eine Atemschutzmaske (FFP2, einschließlich Virenschutz) zu tragen (Gefährdungsbeurteilung).

 

Zurück zur Übersichtsseite!
Weiter zu Arbeitsrechtlichen Fragestellungen!

 


Pandemie-Risikomanagement

Ein Anleitung zum Risikomanagement in Zahnarztpraxen (derzeit in Bearbeitung)




GOZ-Extravergütung für Schutzausrüstung in Zahnarztpraxen

GOZ: COVID 19 und erhöhte Hygienekosten


Material für den Praxisaushang und die Praxishomepage

Plakatmotiv "Anforderung an die Mund-Nasen-Bedeckung in der Praxis für Patientinnen und Patienten"

Plakatmotiv
 

Anzeige aus Gemeinde- und Wochenblättern

"Die Zahnärztinnen und Zahnärzte sind auch in Coronazeiten für Sie da"



Erstellt von: Andrea Mader, 17.03.2020

Aktualisiert von: Claudia Richter, 13.10.2021