Frühkindliche Karies vermeiden
Zahnmedizinische Prävention der frühkindlichen Karies
Die frühkindliche Karies (ECC – Early Childhood Caries) stellt eine der größten Herausforderungen für die Mundgesundheit von Kleinkindern dar. Karies gilt als die häufigste chronische Erkrankung im Vorschulalter und kann bereits in den ersten Lebensjahren erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit, Entwicklung und Lebensqualität eines Kindes haben. Während die Häufigkeit von Milchzahnkaries bei Kindern unter drei Jahren bundesweit bei etwa 10 bis 15 Prozent liegt, werden in sozial benachteiligten Regionen Prävalenzen von bis zu 40 Prozent erreicht.
Um Kinder frühzeitig vor Karies zu schützen, umfasst der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sechs zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen für Kinder vom sechsten Lebensmonat bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr. Seit dem 1. Januar 2026 sind diese Untersuchungen als Z1 bis Z6 in das Gelbe U-Heft integriert. Neben der Kontrolle der Zahngesundheit beinhalten sie auch wichtige Beratungen zur Mundhygiene, zahngesunden Ernährung sowie zur Anwendung von Fluoriden.
Ein weiterer wichtiger Baustein der Prävention ist die Fluoridierung der Zähne. Kinder bis zum vollendeten 33. Lebensmonat haben Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack, die in der Zahnarztpraxis zweimal pro Kalenderhalbjahr durchgeführt werden kann.
Durch regelmäßige zahnärztliche Vorsorge, frühzeitige Aufklärung der Eltern und gezielte Präventionsmaßnahmen lässt sich das Risiko für frühkindliche Karies deutlich reduzieren. Die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen leisten damit einen wichtigen Beitrag für einen gesunden Start ins Leben und die langfristige Mundgesundheit von Kindern.
Interdisziplinäre Vernetzung und überregionale Zusammenarbeit sind weitere wichtige Stichworte. Das beginnt mit der Beratung der Eltern, geht weiter mit dem Aufbau und der Pflege von Netzwerken mit Hebammen und Kinderärztinnen bzw. Kinderärzten und ergänzt die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Krippen im Rahmen der Gruppenprophylaxe.
Erstellt von: Claudia Richter, 18.06.2020
Aktualisiert von: Claudia Richter, 03.06.2026
