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Ausgabe 22/ 2019

LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

 

Vertreterversammlung-Highlight: Prof. Dr. Maio ruft Zahnärzt/innen dazu auf, ihre ärztliche Identität zu verteidigen

In seinem Vortrag bei der Vertreterversammlung der LZK BW am Samstag, 27. Juli konstatierte der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio aus Freiburg eine "besorgniserregende Entwertung der ärztlichen Leistung", die die "Gefahr einer Entakademisierung und Deprofessionalisierung" berge. Er rief den Berufsstand dazu auf, seine ärztliche Identität mit Selbstbewusstsein zu verteidigen. Der Zahnarzt müsse frei sein, um dem einzelnen Patienten gerecht zu werden. "Ärztliche Kunst macht ärztliches Handeln aus - und Kunst kommt von Können".

 

Wenn Medizin nur noch auf Messbares, auf Algorithmen und automatisiertes Anwenden von Leitlinien reduziert werde, könne von Medizin nicht mehr gesprochen werden, "das ist Handwerk", beklagte Maio. Medizin sei hingegen eine "praktische Wissenschaft per excellence". Das Ermessen einer Situation mache ärztliches Handeln und ärztliche Kunst aus, so Maio.

Er warf der Politik "billiges Vorgehen" vor, alles müsse "schnell, reibungsfrei und stromlinienförmig" von statten gehen. Aber das ist keine Medizin, im Gegenteil, dies verleite dazu, die "soziale Zielsetzung" des Berufes, "die Bedürftigkeit des Patienten" in den Hintergrund treten zu lassen. "Medizin braucht einen eigenen Wert", betonte der Lehrstuhlinhaber am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg. Und diese Werte seien Sorgfalt, Geduld, Reflektiertheit und Ganzhaftigkeit.

 

Die Delegierten zeigten sich beeindruckt von den Worten und Appellen von Prof. Maio. Dr. Dr. Alexander Raff sprach vom größten Highlight, das er in den Vertreterversammlungen der letzten Jahre in der LZK erlebt habe. Es entwickelte sich eine angeregte Debatte mit zahlreichen Fragen an Prof. Maio, die in der einstimmigen Verabschiedung einer Resolution gipfelte.

 

Danach mussten sich die Delegierten gezwungenermaßen wieder in die 'Untiefen' der standespolitischen Arbeit begeben: 14 Satzungsänderungen standen zur Beschlussfassung an. Bei den Fortbildungsordnungen ZMP, DH, ZFA, ZMF und den besonderen Rechtsvorschriften für die Durchführung der Fortbildungsprüfung ZMF und fachkundlicher Nachweis sowie bei der Gebührenordnung handelte es sich lediglich um redaktionelle Änderungen, die auf Wunsch des Ministeriums dennoch von den Delegierten abgestimmt werden mussten. Änderungen erfuhren auch die Berufsordnung, die LZK-Satzung, die Weiterbildungsordnung mit OP-Katalog sowie das Statut der Gutachterkommission.

Um den vom Weiterbildungsausschuss im Auftrag der Vertreterversammlung vorgelegten überarbeiteten OP-Katalog entzündete sich eine Diskussion nachdem ein Papier von BDO und DGMKG kursierte. Der Referent für Oralchirurgie, Dr. Manuel Troßbach konnte jedoch alle Vorbehalte ausräumen, sodass der Zustimmung und Verabschiedung der Weiterbildungsordnung mit OP-Katalog nichts im Wege stand.

 

Abschließend debattierten die Delegierten noch über einen Antrag von Dr. Troßbach zur Medikamentenkompetenz. Zwei weitere Anträge von Dr. Steybe sowie den Mitgliedern des BZK-Vorstandes Karlsruhe sind im Vorfeld bzw. im Anschluss an die Aussprache zurückgezogen worden.

 

 

EUROPA

 

OECD adressiert freiberufliche Dienstleistungen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte kürzlich die Studie „Going for growth“. Darin analysiert die OECD Faktoren, die aus ihrer Sicht geeignet sind, um unter anderem Wachstum,  Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität, Beschäftigung und ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. In der Ländernotiz für Deutschland wird eingangs behauptet, auch eine Reduzierung der restriktiven Regulierung bei freiberuflichen  Dienstleistungen  würde eine effiziente Ressourcenallokation und Technologiediffusion befördern.

 

Die Studienautoren empfehlen überdies, die Ganztagsbetreuung für Kinder, die  Qualitätsstandards in der frühen Bildung und Weiterbildungsmöglichkeiten insbesondere für Arbeitnehmer in schwachen sozioökonomischen Verhältnissen  auszubauen. Dringend müssten Lücken bei der digitalen und der Verkehrsinfrastruktur geschlossen werden. Steuerpolitisch sollte Deutschland Umweltverschmutzung teurer machen, Mehrwertsteuervergünstigungen abbauen und  die Sozialabgaben vor allem für Geringverdiener senken.

 

 

EUROPA

 

Council of European Dentists (CED) plant europaweite Öffentlichkeitskampagne: Unterstützung erbeten!

Der Council of European Dentists plant eine europaweite Öffentlichkeitskampagne, um zu zeigen warum Zahnärztinnen und Zahnärzte aus verschiedenen EU-Ländern ihren Beruf ausgesucht haben und was sie sich für ihre Patienten wünschen. Das Hauptziel der Kampagne ist es, der Zahnmedizin ein Gesicht zu geben. Gesucht werden Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in einem kurzen Statement erklären, "warum ich gerne Zahnarzt bin". Die Portraits werden auf der CED-Webseite und einer CED-Twitter-Karte veröffentlicht.

 

Die Texte für die Webseite sollten etwa 150-300 Wörter umfassen und in deutscher und englischer Sprache verfasst sein. Das Statement sollte folgende Themen umfassen:

- über die Person

- Warum die Zahnärztin/ der Zahnarzt ihren/ seinen Beruf mag!

- Wenn möglich, warum ist die EU für sie oder ihn oder für die Patienten von Bedeutung!

- Was die Zahnärztin/ der Zahnarzt sich in Zukunft für Patienten wünscht!

 

Neben der CED-Webseite ist eine Twitter-Karte geplant, um für jedes Portrait zu werben.

Das kurze Zitat für die Twitter-Karte sollte ca. 10-15 Wörter umfassen.

 

Dem Statement anbei wird ein Foto der Zahnärztin oder des Zahnärztes in Arbeits- oder Freizeitkleidung gestellt. Die Bildqualität sollte mindestens 300 dpi betragen.

 

Bitte schicken Sie Ihre Statements und Bilder direkt an den CED an folgende Mailadresse: ced(@)cedentists.eu !

 

 

Erstellt von: Andrea Mader, 25.07.2019

Aktualisiert von: Andrea Mader, 29.07.2019