Ausgabe 28/2026

BZÄK

Mehr Zeit für Patienten: BZÄK begrüßt Bürokratieabbaupläne von Bundesregierung und BMG

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) begrüßt die von der Bundesregierung vorgestellten Pläne zum Bürokratieabbau und die Initiative von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, gemeinsam mit den maßgeblichen Akteuren des Gesundheitswesens konkrete Schritte zum Bürokratieabbau auf den Weg zu bringen. Der Abbau unnötiger Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben ist überfällig. Zurzeit sind Zahnarztpraxen durch bürokratische Vorgaben wie Melde- und Dokumentationspflichten unverhältnismäßig stark belastet. Jede Stunde, die nicht für Bürokratie aufgewendet werden muss, kommt unmittelbar der Versorgung der Patientinnen und Patienten zugute. 

„Der angekündigte Bürokratieabbau im Gesundheitswesen scheint nun wirklich Fahrt aufzunehmen. Zahnarztpraxen und ihre Teams brauchen Entlastung von Vorgaben, die über die Jahre angewachsen sind und keinen nachweisbaren Nutzen für die Patientensicherheit oder Behandlungsqualität haben. Die aber wertvolle Zeit binden, die im Behandlungszimmer viel sinnvoller eingesetzt wäre. Ein Ausrangieren unnützer Vorgaben ist nötig.“, so Dr. Ralf Hausweiler, Vizepräsident der BZÄK.

Entscheidend wird sein, dass sich der Wille zum Bürokratieabbau durch alle Ebenen des Gesundheitswesens zieht. Auch nachrangige Behörden dürfen keine zusätzlichen Anforderungen schaffen, die den Entlastungszielen des Gesetzgebers entgegenstehen. Die angekündigten Maßnahmen sollten zügig und spürbar in die Praxis kommen.

„Die Bundesregierung und das Bundesgesundheitsministerium gehen die richtigen Schritte und beziehen die Expertise der Selbstverwaltung erfreulicherweise intensiv ein. Wir werden weiterhin alles daran setzen, besonders überflüssige, zeit- und kostenintensive Vorschriften wie die externe Validierung von Thermodesinfektoren und Autoklaven in Zahnarztpraxen abzuschaffen“, ergänzt Dr. Doris Seiz, Vizepräsidentin der BZÄK. „Überflüssige Vorgaben müssen gestrichen werden und gleichzeitig dürfen keine neuen Bürokratielasten entstehen. Das Limit ist erreicht!“

Hintergrund
Mit durchschnittlich sechs Stunden Bürokratiearbeit pro Woche je Praxisinhabendem sowie weiteren 2,5 Stunden pro Mitarbeitendem summiert sich der Bürokratieaufwand in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis auf mehr als 24 Stunden pro Woche – das zeigte die aktuellste Befragung vertragszahnärztlicher Praxen.
 


BZK TÜBINGEN & LZK

Zahnmedizin im Wandel kann nur gelingen, wenn das ganze Praxisteam auf demselben Kenntnisstand ist. Daher hat sich die BZK Tübingen dazu entschlossen, die diesjährige 61. Bodenseetagung und die 55. Tagung für ZFA unter demselben Veranstaltungsmotto durchzuführen. Die Referierenden werden ihre Vorträge in der Inselhalle mit einem zahnärztlichen Fokus halten und im Stadttheater die Aspekte der Mitarbeiterinnen in den Fokus der Fortbildung stellen. 

Die traditionsreiche Fortbildungstagung der BZK Tübingen findet in diesem Jahr von 18. bis 19. September 2026 statt und steht unter dem interdisziplinären Thema der Therapie des Abrasionsgebisses. Die präventiven und therapeutischen Strategien werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln der zahnmedizinischen Fachdisziplinen beleuchtet, um auch hier viele Facetten der Diagnostik und Therapie erörtern zu können und synoptische Therapiekonzepte praxisrelevant zusammenzuführen. Weitere Informationen finden Sie hier und Karten für die Zahnärztetagung können Sie hier bestellen und Karten zur ZFA-Tagung gibt es hier.


BZK KARLSRUHE & LZK

Onlinebefragung der Sektion Mundgesundheit des Universitätsklinikums Heidelberg: Bringen Sie Ihre Perspektive ein!

Steigende bürokratische Anforderungen, Fachkräftemangel, Probleme bei der Digitalisierung – die Herausforderungen im Praxisalltag sind vielfältig. Doch wo genau drückt die Zahnärzteschaft der Schuh? Um hierzu belastbare wissenschaftliche Daten zu gewinnen, haben die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und die Bezirkszahnärztekammer Karlsruhe gemeinsam mit der Sektion Mundgesundheit des Universitätsklinikums Heidelberg ein Projekt der Versorgungsforschung initiiert.

Die Sektion Mundgesundheit unter der Leitung von Prof. Dr. Listl zählt zu den wenigen wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, die sich auf zahnmedizinische Versorgungsforschung spezialisiert haben. Ziel des Projekts ist es, systematisch zu erfassen, welche Themen die Zahnarztpraxen derzeit besonders beschäftigen. Im Fokus stehen unter anderem bürokratische Belastungen, organisatorische Herausforderungen, Fachkräftemangel, Digitalisierung sowie die Versorgung bestimmter Patientengruppen, beispielsweise multimorbider Menschen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachgruppen soll näher beleuchtet werden.

Aktuell führt die Sektion Mundgesundheit eine anonyme Onlinebefragung zu den Herausforderungen und Bedürfnissen im Praxisalltag durch. Die Teilnahme dauert rund zehn Minuten. Je mehr Zahnärztinnen und Zahnärzte sich beteiligen, desto aussagekräftiger und repräsentativer werden die Ergebnisse.

Ergänzend werden ausgewählte Praxen zu kurzen Telefoninterviews eingeladen. Diese finden unabhängig von der Onlinebefragung statt und ermöglichen es, einzelne Themen noch vertiefter zu beleuchten. Jede Teilnahme leistet einen wichtigen Beitrag, um die Rahmenbedingungen der zahnärztlichen Versorgung künftig auf einer wissenschaftlich fundierten Datengrundlage weiterzuentwickeln.

Jetzt teilnehmen
Die anonyme Onlinebefragung dauert etwa zehn Minuten. Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie dabei, die Herausforderungen des Praxisalltags wissenschaftlich zu erfassen und belastbare Grundlagen für die berufspolitische Arbeit zu schaffen.

Die Befragung ist bis einschließlich Sonntag, 27. September, geöffnet und kann über den Link aufgerufen werden.

Fragen zur Studie beantwortet Studienleiter Dr. Patrick Hennrich gerne per E-Mail: patrick.hennrich@uni-heidelberg.de.

 


Erstellt von: Andrea Mader, 14.07.2026

Aktualisiert von: Andrea Mader, 15.07.2026