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Ausgabe 21/ 2019

BUNDESZAHNÄRZTEKAMMER

 

Neue Lancet-Studie: Deutschland gut aufgestellt und international führend

Eine internationale Forschergruppe hat eine aktuelle Übersichtsarbeit im „The Lancet“ publiziert, die neben epidemiologischen vor allem soziale und wirtschaftliche Aspekte von oralen Krankheiten beleuchtet. Zu dieser Artikelreihe stellt die BZÄK fest: Zusammen mit den skandinavischen Ländern haben wir eine hervorragende und beispielgebende Prävention in Deutschland. Gleichzeitig ermöglicht das deutsche Gesundheitssystem im Bereich der Zahnmedizin einen niedrigschwelligen Zugang zur Therapie und zur Prophylaxe.

 

Das lohnt sich, denn wir sind mit an der Weltspitze bei der Mundgesundheit unserer Bevölkerung. Aber natürlich gibt es noch Lücken, diese kennen wir ganz genau, gehen sie aktiv an und adressieren sie immer wieder an die gesundheitspolitischen Stakeholder – in erster Linie an die Politik – aber auch die Öffentlichkeit, weil nicht alle Risikofaktoren allein von der Zahnmedizin beeinflusst werden können. Für die Zahnmedizin in Deutschland gilt, stetig dazuzulernen, um immer besser zu werden.

In Deutschland zeigen die Daten der DMS V*, dass mit der deutlichen Orientierung auf die Prävention ab 1990 heute z.B. 81 Prozent der 12-Jährigen völlig kariesfrei sind, 30 Prozent weniger Karies bei Erwachsenen (als noch 1997) vorherrscht. Anzugehende Baustellen sind jedoch die Polarisierung des Erkrankungsrisikos (Sozialschichtabhängigkeit), die frühkindliche Karies (ECC) und die Prävention bei Pflegebedürftigen sowie bei Menschen mit Handicap – und die Aufklärung über Mundhygiene und Ernährungsgewohnheiten, speziell zum Zuckerkonsum.

„Besonders kritisch beurteilen die Lancet-Wissenschaftler die Rolle der Zucker-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie“, so BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, „hier rennen sie bei uns offene Türen ein. Die BZÄK fordert schon seit längerem verbindliche Maßnahmen zur Zuckerreduktion sowie für eine ausgewogene Ernährung vor allem bei Kindern. Der gemeinsame Risikofaktorenansatz bedarf einer klaren politischen Unterstützung und Förderung.


Auch die Bedeutung der Zahnmedizin in Zusammenhang mit anderen chronischen degenerativen Erkrankungen in der Medizin betonen wir kontinuierlich. Leider ist bei der aktuellen Novelle der Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO) gerade der Part, mehr Medizin in der zahnärztlichen Ausbildung durch gemeinsame Ausbildung mit der Medizin, gestrichen worden.“

Die Bundeszahnärztekammer unterstützt sowohl bevölkerungsweite als auch gruppenprophylaktische Maßnahmen zur Verbesserung der Mundgesundheit.
Sie setzt sich vor dem Hintergrund der Präventionsgesetzgebung in Deutschland für die Erhaltung und Förderung der Gruppenprophylaxe ein, und auch für eine stärkere Vernetzung mit anderen gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen. Bereits seit den 90er Jahren wird die stärkere Aufklärung über die Rolle und Bedeutung der Mundgesundheit und Mundhygiene – auch durch bundesweite Aktionen, wie z.B. dem Tag der Zahngesundheit – regelmäßig thematisiert und öffentlich begleitet.


Gleichzeitig werden von der BZÄK in den internationalen Gremien wie dem Weltzahnärzteverband FDI deutliche Akzente gesetzt, Mundgesundheit bei den globalen Problemlagen als wichtigen Teil wahrzunehmen und die Rolle und Bedeutung der Zahnmedizin im Kontext mit medizinischen Erkrankungen besser zu berücksichtigen.

Hintergrund:
* Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) beschreibt repräsentativ die Mundgesundheit der gesamten Bevölkerung in Deutschland, sie gilt als eine der größten und fundiertesten sozialepidemiologischen Studien zur Mundgesundheit weltweit. www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/dms/Zusammenfassung_DMS_V.pdf

BZÄK-Positionspapier zur Lancet-Artikelserie: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_globale_Mundgesundheit.pdf

 

BZÄK-Positionspapiere zum Thema Ernährung und Zucker:
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Zucker.pdf
sowie www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Ernaehrung.pdf

 

LANDESZAHNÄRZTEKAMMER/ LANDESVERBAND DER FREIEN BERUFE BW

 

Landesverband der Freien Berufe BW: Gesprächstermin bei Sozialminister Manfred Lucha

Am 18. Juli 2019 folgten die LFB-Vorstandsmitglieder Dr. Anne Gräfin Vitzthum und Dr. Torsten Tomppert gemeinsam mit ihrem Präsidenten Dr. Björn Demuth und Geschäfsführer Manuel Wäschle erneut einer Gesprächseinladung von Sozialminister Manfred Lucha in den Landtag. LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert drängte den Minister zu einer Reform des Kinderschutzgesetzes: Um die Zahngesundheit von Kindern weiter zu verbessern, müssen zahnmedizinische Untersuchungen bereits im Kindergarten verpflichtend sein. 

 

Eine obligatorische Untersuchung sei gegenwärtig erst bei der Einschulung vorgesehen, sollte, wenn das Ziel einer besseren Zahngesundheit von Kindern erreicht werden soll, allerdings bereits im Kindergarten durchgeführt werden, so Dr. Tomppert. Der Minister nahm diesen Vorschlag wohlwollend auf und sicherte nach einer kurzen Aussprache eine Prüfung zu.

Ähnlich wohlwollend fiel die Reaktion des Ministers auf die zweite von Dr. Tomppert vorgebrachte Forderung aus, die Heilberufe-Kammern als Approbationsbehörden zuzulassen. Über die Forderung, die Baden-Württemberg zu einem Vorreiter in Deutschland machen würde, wurde bereits mehrfach gesprochen, so Dr. Tomppert. Minister Lucha signalisierte erneut seine Zustimmung und versprach, das Vorhaben mit Nachdruck zu bearbeiten. Er wünsche sich zugleich aber, dass die betroffenen Heilberufe-Kammern ein deutlicheres und einheitliches Signal an die Politik senden, um dem Vorhaben die notwendige Schlagkraft zu verleihen, so Manfred Lucha.

Von Dr. Vitzthum angesprochen wurden mit der Datenschutzgrundverordnung, den angekündigten Praxisbegehungen des Landesdatenschutzbeauftragten Dr. Brink in dieser Sache und den jüngsten Betrugsvorwürfen gegen einzelne Ärzte bei der Abrechnung der Leichenschau drei aktuelle Probleme der Ärzte bei der Niederlassung.

Abschließend diskutierte die Runde ausgiebig die Problematik von externen Finanzinvestoren bei der Einrichtung und dem Betrieb von Medizinischen Versorgungszentren. Dr. Tomppert und Dr. Vitzthum forderten die grundsätzliche Beibehaltung bzw. Wiederherstellung der ärztlichen Eigentümerschaft solcher Einrichtungen. Der Einstieg von privaten Finanzinvestoren wird kritisch bewertet. Auch diese Forderung wurde vom Minister grundsätzlich unterstützt, eine entsprechende Neuregelung werde derzeit auf Fachebene geprüft, so der Minister.

 

 

LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

 

Vertreterversammlung der LZK BW am Samstag

Am kommenden Samstag, 27. Juli 2019 findet die Vertreterversammlung der LZK BW in Stuttgart statt. Auf der Tagesordnung stehen der Erlass und die Änderung zahlreicher Satzungen. Zum Thema "Werte für die (Zahn-)Medizin - warum die Heilberufe ihre eigene Identität verteidigen müssen“, wird Prof. Dr. med. Giovanni Maio vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg einen Vortrag halten. Die Kammermitglieder sind zur Vertreterversammlung eingeladen. Im Falle einer Teilnahme wird eine vorherige Anmeldung bei der LZK-Geschäftsstelle erbeten. 

 

Einen Bericht über die Vertreterversammlung und sämtliche Beschlüsse finden Sie in der nächsten Ausgabe des ZBW!

 

 

Erstellt von: Andrea Mader, 24.07.2019

Aktualisiert von: Andrea Mader, 24.07.2019