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Ausgabe 16 / 2018

LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

 

Auftrag N15-01: Informationen aus erster Hand

Den Auftrag N15-01 "Bewertung der systematischen Behandlung von Parodontopathien" erteilte der Gemeinsame Bundesausschus (G-BA) am 19.03.2015. Der Vorbericht vom 24.01.2017 erhitzte die Gemüter. Seit 30.04.2018 liegt der Abschlussbericht vor. Auf seiner Klausurtagung ließ sich der LZK-Vorstand exklusiv von der Autorin des Abschlussberichtes, Dr. Martina Lietz aus dem Ressort Nicht-medikamentöse Verfahren beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) informieren.

 

Der LZK-Vorstand hatte Dr. Martina Lietz vom IQWIG und den wissenschaftlichen Direktor des Instituts Deutscher Zahnärzte (IDZ), Prof. Rainer Jordan als Referenten zu seiner Klausurtagung zum Thema "Qualitätsdefinitionen und Qualitätsdimensionen der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland - Konsequenzen für Patient und Profession" eingeladen.Dr. Martina Lietz gab einen Einblick in Aufgaben, Methoden und Verfahren der Qualitätsprüfung im Bereich der zahnärztlichen Versorgung durch das IQWIG und ging exklusiv auf die Ergebnisse des vorliegenden Abschlussberichtes zur systematischen Behandlung von Parodontopathien ein.

 

Inzwischen gibt es für sechs Therapieansätze einen Hinweis oder Anhaltspunkte für einen höheren Nutzen. Beim Vorbericht waren es lediglich zwei Behandlungsarten gewesen.

 

Das IQWIG arbeitet evidenzbasiert und setzt bei der Methodik vor allem auf Randomized Controlled Trials (RTC), weil "ein kausaler Nutzennachweis ausschließlich mit RTC's erfolgen kann und RTC's die höchste Ergebnissicherheit haben", so Dr. Lietz. Die Randomizierung, die gleichmäßige Verteilung von Störfaktoren, die verdeckte Gruppenzuteilung und die Verblindung seien wesentliche Qualitätsansprüche von RTC's. Das Ergebnis des Abschlussberichtes sei gegenüber dem Vorbericht auch deshalb deutlich besser ausgefallen, weil dem IQWIG zusätzliche RTC-Studien zur Verfügung standen und weitere Auswertungen möglich waren.Hinzu kam, dass Daten aus bereits eingeschlossenen Studien erstmals verwertet werden konnten.

 

Prof. Jordan kritisierte den alleinigen Einbezug von RTC-Studien, einer noch jungen Wissenschaftsdisziplin, die noch Zeit brauche um ausreichend Studien vorzulegen. Er forderte den Einbezug auch anderer Studienarten. Zudem sollten nicht nur klinisch relevante Endpunkte wie z. B. Attachment- oder Zahnverlust, sondern auch patientenrelevante Parameter wie die Lebensqualität in die Bewertung einfließen.

 

Für LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert zeigt der Abschlussbericht, dass das IQWIG nicht beratungsresistent ist. Es habe die Kritikpunkte wie die mangelnde Patientenorientierung  aufgenommen und weitere Studien hinzugenommen.

 

 

 



Prof. Rainer Jordan skizzierte Probleme und Herausforderungen bei der Qualitätsbeurteilung evidenzbasierter Zahnmedizin




Dr. Martina Lietz gab einen detaillierten Einblick in den Abschlussbericht des Auftrages N15-01

Erstellt von: Andrea Mader, 07.05.2018

Aktualisiert von: Andrea Mader, 07.05.2018