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Ausgabe 13/ 2019

LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

 

Neues "Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses 2019-2022" unterzeichnet

Die Landesregierung hat zusammen mit Kammern und Verbänden das „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses 2019-2022“ unterzeichnet. Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist es ein gemeinsames Bündnis für die Zukunft der Jugend, der Unternehmen und damit des ganzen Landes. "Eine Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium, die viele Möglichkeiten eröffnet. Mit Verdienstmöglichkeiten, die sich in vielen Fällen mit denen eines Akademikers messen können.“ Für den Landesverband der Freien Berufe Baden-Württemberg hat LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert das Bündnis unterzeichnet.

 

"Eine Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium, die viele Möglichkeiten eröffnet. Mit Verdienstmöglichkeiten, die sich in vielen Fällen mit denen eines Akademikers messen können", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag, 24. Mai 2019 in Stuttgart anlässlich der Unterzeichnung des neuen „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses 2019-2022“.

 

Chancen der Digitalisierung in Berufsausbildung noch stärker nutzen
„Fachkräftesicherung und Digitalisierung zählen derzeit zu den Top-Themen der Südwestwirtschaft. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung in der Berufsausbildung noch stärker nutzen. Denn nur wenn die Fachkräfte von morgen auch die entsprechenden Qualifikationen mitbringen, kann unseren Unternehmen die digitale Transformation erfolgreich gelingen“, erklärte die Wirtschaftsund Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Außerdem muss es uns gelingen, dass mehr Jugendliche nach der Schule direkt eine Berufsausbildung beginnen.“ Die erfolgreiche Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf solle deshalb auf zusätzliche Regionen im Land ausgeweitet werden, kündigte Dr. Hoffmeister-Kraut an. „Unsere Unternehmen brauchen dringend Fachkräftenachwuchs. Dazu tragen wir mit dem neuen Ausbildungsbündnis bei.“
 

Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Ausbildung soll wieder selbstverständlich sein
„Mit der Verlängerung des Bündnisses wollen wir die duale Ausbildung künftig noch attraktiver machen und den Jugendlichen im Land weitere berufliche Möglichkeiten aufzeigen. Die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung soll in Zukunft für alle Jugendlichen und deren Eltern wieder eine Selbstverständlichkeit sein“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. Dabei freut sie sich über die bisherigen Erfolge des Bündnisses: „Seit dem Start des Bündnis haben wir die berufliche Orientierung an den Schulen wesentlich gestärkt, unter anderem mit dem Schulfach ‚Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung‘ sowie dem Tag der beruflichen Orientierung. Unsere Bemühungen zeigen Erfolge: Seit 2015 ist die Zahl der Ausbildungsverträge um 2,8 Prozent gestiegen.
Dies zeigt ganz deutlich, dass wir dem gesellschaftlichen Trend zum Studium etwas entgegensetzen können. Hier setzt das Bündnis an und hier wollen wir weitermachen.“ 
 
Das System der beruflichen Bildung ist für Deutschland und Baden-Württemberg von großer Bedeutung. Es ist am Bedarf der Wirtschaft orientiert und stellt sicher, dass die Ausbildungsberufe laufend an den technologischen Fortschritt und den wirtschaftlichen Strukturwandel angepasst werden können. Die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen liegt im Land seit Jahren stabil bei über 105.000 Personen jährlich. Auch in der neuen Bündnisperiode von 2019 bis 2022 wollen die Bündnispartner die Berufsausbildung zukunftsfest, integrativ und inklusiv gestalten, die hohe Attraktivität der beruflichen Ausbildung sichern sowie die Qualität der beruflichen Ausbildung weiter fördern.
 
Die Vereinbarung wurde seitens der Landesregierung unterzeichnet von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, der Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Dr. Susanne Eisenmann, der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer und dem Minister für Soziales und Integration Manne Lucha. Zudem unterschrieben die Vizepräsidentin des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags Marjoke Breuning, der Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg Dr. Rainer Dulger, der Präsident
des Baden-Württembergischen Handwerkstags Rainer Reichhold, der Vorstand des Landesverbands der Freien Berufe Baden-Württemberg Dr. Torsten Tomp pert, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg
Martin Kunzmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit Christian Rauch, der Präsident des Städtetags Baden-Württemberg Dr. Peter Kurz, der Präsident des Landkreistages Baden-Württemberg Joachim Walter und vom Gemeindetag Baden-Württemberg Harald Burkhart.
 
Für die kommenden Jahre hat das neue Bündnis drei zentrale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Herausforderungen erkannt: die digitale Transformation der Wirtschaft, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung und deren Gleichwertigkeit mit der akademischen Bildung sowie eine bessere Passung von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Partner des neuen Ausbildungsbündnisses haben sich dabei auf sieben Themenschwerpunkte verständigt, die jeweils mit verschiedenen Maßnahmen konkretisiert werden:
 
1. Berufsausbildung 4.0 umsetzen
2. Qualität der Berufsausbildung stärken 
3. Mehr junge Menschen für die Berufsausbildung gewinnen
4. Chancen der Berufsausbildung aufzeigen
5. Berufliche Orientierung systematisch umsetzen
6. Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf flächendeckend ausbauen
7. Passgenaue Unterstützung zur Berufsausbildung anbieten
 
Das Bündnis hat sich bereits in den vergangenen Jahren zu einer Plattform des kontinuierlichen Dialogs für eine leistungsfähige berufliche Ausbildung entwickelt. Schon in den Jahren 2015 bis 2018 wurden gemeinsam Maßnahmen ergriffen, um die berufliche Ausbildung zu stärken. Das ehrgeizige Ziel, das gemeinsam erarbeitete Reformkonzept für den Übergang Schule-Beruf in der Hälfte aller Stadt- und Landkreise umzusetzen, konnte weitestgehend erreicht werden. Mit dem gemeinsam erarbeiteten „Landeskonzept Berufliche Orientierung Baden-Württemberg“ wurde die systematische Berufliche Orientierung in Baden-Württemberg fest im Schulalltag verankert. Der hohen Zuwanderung im Jahre 2015 trugen die Partner des Ausbildungsbündnisses schon frühzeitig Rechnung. So wurde eine Reihe von Maßnahmen vereinbart, die zur erfolgreichen Integration beigetragen haben.

Quelle: Pressemitteilung des Staatsministerium Baden-Württemberg

 

BUNDESZAHNÄRZTEKAMMER

 

Elektrische Zahnbürsten beugen Zahnverlust vor


Die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste beugt dem Zahnverlust vor. Dies geht aus einer Studie Greifswalder Zahnmediziner hervor, die im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht worden ist. Der Zahnverlust bei Nutzern elektrischer Zahnbürsten war im Schnitt ein Fünftel geringer als bei denjenigen, die konventionelle Bürsten verwenden. Da das Thema von hohem öffentlichen Interesse ist und auch die dpa Wissenschaftsredaktion die Studie aufgegriffen hat, hat die BZÄK eine erste Bewertung vorgenommen und ist zu folgenden Kernaussagen gelangt.

 

1.      Lange Zeit hätten normale Zahnbürsten als genauso effektiv gegolten wie elektrische, sagt Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Allerdings hätten in den letzten Jahren zahlreiche Studien Hinweise darauf geliefert, dass elektrische Bürsten bei gleicher regelmäßiger Anwendung eine effektivere Mundhygiene durchführen.

 

2.      Zwar seien bei optimaler Handhabung mit manuellen Zahnbürsten vergleichbare Ergebnisse erzielbar. Allerdings habe eben nicht jeder Anwender die perfekte Technik. «Die elektrische Zahnbürste macht es automatisch richtig. Bei der Vorbeugung der Parodontitis besitzt die elektrische Zahnbürste nach neuesten Studien Vorteile. Entscheidend ist aber gleichzeitig ein positives Mundgesundheitsbewusstsein.

 

3.      Bei Karies mache die Wahl der Zahnbürste keinen großen Unterschied. Hier spielen Fluoride in der Zahnpasta zum Schutz der Zähne eine größere Rolle.

 

Gleichzeitig muss man feststellen, dass die Autoren auch selbstkritisch mit möglichen Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen, umgegangen sind. So sind die Nutzer der elektrischen Zahnbürsten (PTB) jünger, haben einen höheren Bildungsstatus, ein besseres Mundgesundheitsbewusstsein und zeigen mehr körperliche Aktivität. Entsprechende statistische Auswertungsmethoden haben zwar bei Einschluss/Ausschluss dieser Faktoren keinen Unterschied in der Aussage gezeigt, aber die Autoren weisen darauf hin, dass dieser nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann.

 

Auch wir haben auf Grundlage der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie gesicherte Erkenntnisse, dass der Bildungsstatus und das verbesserte Mundgesundheitsbewusstsein (siehe auch Selbstwirksamkeitserwartung) in der Bevölkerung einen positiven Einfluss auf die Mundgesundheit sowohl bei der Karies als auch bei der Parodontitis besitzt.

 

Auch ist anzunehmen, dass Einflüsse des Gesundheitssystems mit der deutlichen Zunahme von präventiven Leistungen in der Zahnarztpraxis, aber auch einem höheren generellen Gesundheitsbewusstsein, positive Einflüsse unmittelbar auf die Durchführung der Mundhygiene besitzen. Schließlich sind seit Einführung der Prophylaxe in den Schulen aber auch in der Zahnarztpraxen sehr viel mehr Mundhygienetraining und Motivation vor allen Dingen für jüngere Altersgruppen erfolgt – und das hat positive Auswirkungen. Jüngere partizipieren von dieser Entwicklung natürlich mehr.

 

Zudem geht man auch kritisch auf die kleine Stichprobe von Patienten mit schweren Parodontalerkrankungen ein. Auch hier könnte eine Verzerrung des Ergebnisses erfolgen. Jedoch wurde gerade bei dieser Patientengruppe kein Einfluss der PTB (elektrische Zahnbürste) gefunden. Erklärend sei dabei auch hinzugefügt und auch von den Autoren dargestellt, dass bei älteren Patienten neben der Mundhygiene auch sehr viel mehr Faktoren neben der Mundhygiene (z.B. medizinische Erkrankungen) bei der Entstehung einer Parodontitis wirken.

 

Grundsätzlich darf man aus unserer derzeitigen Sicht im Ergebnis der Studie feststellen, dass elektrische Zahnbürsten einen relevanten positiven Einfluss bei der Prävention der Entstehung bzw. des Fortschreitens einer beginnenden Parodontalerkrankungen besitzen.

 

Jedoch sollte man aus unserer Sicht die positiven Verhaltensänderungen in der Bevölkerung dabei nicht unterbewerten. Ganz offensichtlich ist die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste mit einem stärkeren mundgesundheitsbezogenen Gesundheitsbewusstsein verbunden und zwar in dem Sinne, dass man mehr in orale Prophylaxemittel zu investieren bereit ist und damit die subjektive Erwartung verknüpft, eigene orale Erkrankungsrisiken weiter abzusenken.

 

 

 

Gruppenbild mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann

 

 

Erstellt von: Andrea Mader, 28.05.2019

Aktualisiert von: Andrea Mader, 28.05.2019