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Ausgabe 05/ 2020

LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

Erfahrungsaustausch unter den Berufsgerichten

Nach vier Jahren fand am 08.02.2020 erneut eine Berufsgerichtstagung statt. Die Verantwortlichen des Landes- und der Bezirksberufsgerichte trafen sich zusammen mit den Geschäftsführern der Bezirkszahnärztekammern und den Juristen der Landeszahnärztekammer zum Erfahrungsaustausch.

LZK-Präsident Dr. Tomppert bescheinigte den Berufsgerichten ein hohes Maß an juristischer und fachlicher Akzeptanz. Diese Akzeptanz resultiere auch aus dem Fachwissen und der Berufserfahrung der beisitzenden Zahnärzte.

Die Erfahrungsberichte aus den einzelnen Bezirken bescheinigten erfreulicherweise rückläufige Zahlen hinsichtlich der von Seiten der Kammeranwälte eingeleiteten Ermittlungsverfahren und den erstinstanzlichen Berufsgerichtsverfahren.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der Märzausgabe des ZBW!

Einmal pro Kammerperiode findet die Berufsgerichtstagung statt.

Bildquelle: LZK BW/ Oschmann


LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

Intersektorale Zusammenarbeit in der Medizin ausbauen

Auch in diesem Jahr war die Landeszahnärztekammer aktiv beim Landeskongress Gesundheit Baden-Württemberg vertreten, der am 07.02.2020 auf der Messe Stuttgart wieder gute Gelegenheiten bot, sich mit allen relevanten Stakeholdern und Partnern der baden-württembergischen Gesundheitslandschaft auszutauschen und über aktuelle gesundheitspolitische Themen und Probleme zu diskutieren. Die Kammer agiert nicht nur als Unterstützer des Landeskongress, sondern wirkte auch in den World Café Foren aktiv mit. Im Forum 7 ging es um die Bedeutung intersektoraler Zusammenarbeit als einem Gebot der Stunde.

Als Tischgastgeber übernahm Prof. Johannes Einweg, Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart, die Moderation zur Thematik „Zahngesundheit und Allgemeingesundheit – neue Erkenntnisse intersektoraler Medizin“, argumentativ unterstützt von Prof. Stefan Listl von der Universität Heidelberg. In dieser Runde diskutierte auch LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert.

Immer mehr klinische Studien belegen kausale Zusammenhänge zwischen Zahngesundheit und Allgemeingesundheit. Trotzdem diagnostizieren und therapieren Ärzte verschiedener Fachrichtungen vorzugsweise in ihren Fachbereichen, obwohl das Behandlungsergebnis durch eine bessere Kommunikation verschiedener Facharztbereiche und den Austausch von Wissen auf verschiedenen intersektoralen Ebenen positiv beeinflusst werden kann.

Über 3100 klinische Studien beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wissenschaftlich evident ist zum Beispiel, dass zwischen schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel und Parodontitis eine Wechselwirkung besteht. So erhöht sich bei Diabetikern mit schlecht eingestelltem Blutzucker das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken um das Dreifache gegenüber Gesunden. Weitere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass infolge schwerer, chronischer Parodontitis das Risiko für Gefäßveränderungen und eine daraus folgende Herz-Kreislauf-Erkrankung 1,8-mal höher ist als bei zahngesunden Menschen. Deshalb ist interdisziplinärer Handlungsansatz notwendig, der dafür sorgen kann, durch eine effiziente Kooperation der verschiedenen Facharztgruppen und Versorgungssektoren Synergieeffekte zu nutzen, um eine rechtzeitige und gezieltere Therapie zu erreichen.  

Allgemeiner Konsens bestand bei den Teilnehmern zudem in der Überzeugung, das in den unterschiedlichen ärztlichen Fachbereichen die „Awareness“ fehlt, über den Deckelrand des eigenen Fachgebietes zu schauen, was mit unzureichender gegenseitiger Akzeptanz, Transparenz und fehlender Kommunikation untereinander begründet wird. Um das Bewusstsein für eine intersektorale medizinische Zusammenarbeit zu fördern und die Kommunikation in den Fachbereichen zu stärken, sollten zuerst kleinere regionale Kooperationen und Strukturen etabliert werden. Ein guter Anfang wäre zum Beispiel die Gründung interdisziplinärer Qualitätszirkel auf Kreisebene unter Mitwirkung verschiedener Fachärzte, Zahnärzte und auch Patientenvertreter, um Interessenkonflikte und Kommunikationshemmnisse abzubauen und gegenseitiges Vertrauen herzustellen.

Um diese Vernetzung zu koordinieren und Konzepte für neue Strukturen zu erarbeiten, machte LZK-Präsident Dr. Tomppert den Vorschlag, einen intersektoralen Arbeitskreis zwischen der baden-württembergischen Landesärztekammer und der Landeszahnärztekammer zu gründen, der sich zeitnah mit dieser Herausforderung beschäftigt. 

Lesen Sie die ausführliche Berichterstattung über den Landeskongress Gesundheit und die Beteiligung der Zahnärzteschaft in den World Foren in der Märzausgabe des ZBW!

 

LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert diskutierte im Forum 7 zum Thema "Zahngesundheit und Allgemeingesundheit - neue Erkenntnisse intersektoraler Medizin".

Bildquelle: KZV BW/ Schweizer


LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

Fachkräfteallianz BW: Vernetzungskongress mit BarCamp

Mehr als 40 Partner, darunter die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, haben sich mit der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg das Ziel gesetzt, durch vernetztes Engagement einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräfteangebots in den mittelständischen Unternehmen und Einrichtungen des Landes zu leisten. Der Vernetzungskongress mit BarCamp am 3. Februar 2020 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart diente als Begegnungsplattform für alle im Bereich der Fachkräftesicherung engagierten Akteure. Die Landeszahnärztekammer beteiligt sich am Fachkräfteprogramm mit dem Projekt Ausbildungsbotschafter.

Derzeit beginnen pro Jahr ca. 1.600 Auszubildende eine Ausbildung zur/ zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) in Baden-Württemberg. "Das Ziel unserer Aktivität Ausbildungsbotschafter/innen ist es, das ZFA-Berufsbild verstärkt zu bewerben, da bereits heute ein Engpass an verfügbaren Auszubildenden besteht. Wir wollen mehr junge Leute für die duale Ausbildung begeistern", sagt LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert beim BarCamp Vernetzungskongress am 3. Februar im Haus der Wirtschaft in Stuttgart.

Ausbildungsbotschafter/-innen sind Auszubildende, die in Schulen für eine Berufsausbildung werben. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen und ermöglichen Schülerinnen und Schülern authentische Einblicke in ihre Ausbildungsberufe.


LANDESZAHNÄRZTEKAMMER

LZK schult Lehrpersonal von Ausbildungsstätten der generalistischen Pflege und der Heilerziehungspflege

Am 01.08.2019 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bekannt gegeben, dass die Rahmenlehr- und Rahmenausbildungspläne für die 2020 begonnenen neuen Pflegeausbildungen zur Verfügung stehen. Die Landeszahnärztekammer hat sowohl für die Altenpflegeaus- und Fortbildung als auch für die Heilerziehungspflege ein prämiertes Ausbildungskonzept erarbeitet. Dieses Konzept zur Zahn-, Mund- und Zahnersatzpflege haben die LZK-Referenten Dr. Elmar Ludwig und Dr. Guido Elsäßer 25 Lehrkräften von Ausbildungsstätten der generalistischen Pflege sowie der Heilerziehungspflege in einer Fortbildungsveranstaltung am 11.02.2020 vorgestellt.

LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert hieß die Pflegepädagogen im Namen der Landeszahnärztekammer herzlich willkommen. "Mundhygiene bei Menschen mit Unterstützungsbedarf klappt nur, wenn wir pflegende Angehörige und Pflegekräfte gut anleiten", sagte Dr. Tomppert. Deshalb freue er sich über diese besondere Fortbildungsveranstaltung und wünschte einen erfolgreichen Tag. 

Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg hat in den letzten 15 Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um mit verschiedenen Netzwerkpartnern aus dem stationären wie auch ambulanten Sektor zahnärztliche Strukturen für Menschen mit Unterstützungsbedarf zu entwickeln.

Das Modulkonzept für die Altenpflegeaus- und Fortbildung im Sinne einer Handreichung zur Zahn-, Mund und Zahnersatzhygiene in der Pflege wurde bereits 2007 erabeitet, wissenschaftlich untersucht und 2012 mit dem Wrighley-Prophylaxe-Preis ausgezeichnet. Das Ausbildungs-Konzept für die Heilerziehungspflege ist ebenfalls prämiert, mit dem GABA-Präventionspreis. Die Konzepte umfassen Lehr- und Lernmittel für den theoretischen Unterricht wie auch für praktische Übungen, Skripte sowie Lernzielkontrollen. Die Konzepte wurden in der Folge immer wieder überarbeitet und verbessert sowie zuletzt an die speziellen Bedarfe der generalistischen Ausbildung bzw. der HEP-Ausbildung angepasst. Berücksichtigt und eingearbeitet wurden zudem die Empfehlungen des gerade in der Entwicklung befindlichen Expertenstandards zur Erhaltung und Förderung der Mundgesundheit in der Pflege.

Die Referenten für Alters- und Behindertenzahnheilkunde der LZK BW, Dr. Elmar Ludwig und Dr. Guido Elsäßer machten die Pflegepädagogen mit den einzelnen Bausteinen des Konzeptes und der Umsetzung vertraut und stellten sämtliche Materialien vor. Beide Referenten betonten, dass sie das Konzept als "Input" für den neu zu strukturierenden Unterricht in der generalistischen Pflege und der HEP-Ausbildung verstanden wissen wollen. "Wir wollen mit Ihnen im Gespräch bleiben und gemeinsam mit Ihnen Lösungen erarbeiten", betonte Dr. Ludwig. Beide Referenten zeigten sich beeindruckt von den hochmotivierten Pflegepädagogen, die sich für ihren Beruf und für ihre Auszubildenden engagieren. Mit einigen der anwesenden Senioren- und Behindertenbeauftragten der Kammer, die ebenfalls an der Fortbildung teilnahmen, hatten die Pflegepädagogen darüber hinaus einen konkreten Ansprechpartner für Fragen bei der Gestaltung ihres Unterrichts oder als Referenten... und sie konnten sich mit deren Hilfe auch gleich beim Ein- und Ausgliedern von Zahnersatz am Phantomkopf üben. "Gerne können Sie die Phantomköpfe für praktische Übungen im Unterricht bei den Senioren- und Behindertenbeauftragten vor Ort leihen", bot Dr. Ludwig den Pflegepädagogen an.

 

 

Die Landeszahnärztekammer schult Pflegepädagogen an Ausbildungsstätten der generalistischen Pflege und der Heilerziehungspflege.

Bildquelle: F. Kraufmann

Erstellt von: Andrea Mader, 12.02.2020

Aktualisiert von: Andrea Mader, 12.02.2020