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Informationen zum Coronavirus

Umgang in der Praxis

Nach Auskunft des RKI geht eine Gefahr der Infektionsübertragung gegenwärtig vor allem von erkrankten Personen und Personen aus, die in letzter Zeit Hochrisikogebiete bereist haben oder Kontakt zu Erkrankten hatten.

Der Anamneseerhebung kommt deshalb zur Begrenzung des Infektionsrisikos eine große und zentrale Bedeutung zu.

In diesem Zusammenhang spielen die Aufklärung der Patienten und die stete Aufklärung und Schulung des Behandlungsteams eine weitere wichtige Rolle.

Die Übertragung von Viren durch anamnetisch unauffällige, symptomlos erkrankte Personen kann durch die Einhaltung von Hygienemaßnahmen verhindert werden. Die diesbezüglichen Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan, den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ und der „Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250)“ festgehalten.

In der zahnärztlichen Praxis sind selbstverständlich die üblichen Standard-Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu gehören in Abhängigkeit von Art und Umfang des Infektionsrisikos und der Exposition das konsequente und ordnungsgemäße Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, einer Schutzbrille mit Seitenschutz und Handschuhen. Möglichst unter Spanngummi („Kofferdam“) behandeln.

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Die Behandlung von Patienten, die bereits Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt.

Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose an den Hausarzt bzw. den kassenärztlichen Notdienst unter Tel. 116117 zu verweisen.

Um einer Weiterverbreitung des Virus entgegen zu wirken, sollten Patienten durch geeignete Maßnahmen (z.B. Homepage, Aushänge an und in der Praxis) informiert werden, dass sie sich bei Atemwegsinfektionen, die im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Risikogebieten oder Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten (COVID-19) stehen, zuerst telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen.

Für unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen von Patienten, die diagnostiziert an „Covid-19“ erkrankt sind oder die unter Verdacht stehen, an „COVID-19“ erkrankt zu sein, gilt es gemäß Biostoffverordnung und Gefahrstoffverordnung erweiterte/zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an "Covid-19“ erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • Persönliche Schutzausrüstung für das Behandlungsteam (Schutzbrille mit Seitenschutz, Atemschutzmaske FFP2 (einschließlich Virenschutz), medizinische Einmalhandschuhe, langärmliger Schutzkittel, das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen, für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen),
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten,
  • Patienten anhalten, vor dem Verlassen der Praxis die Hände zu desinfizieren,
  • Getragene Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Aufgrund der aktuell veränderten Informationen des Robert Koch-Institutes zum Thema "Aerosole" empfehlen wir die Entstehung von Aerosolen wirksam zu verhindern. Dabei steht eine wirksame Absaugtechnik im Vordergrund. Ferner sollte vorübergehend folgendes berücksichtigt werden:

  • Die Verwendung von Ultraschallhandstücken, piezoelektrischen Ultraschall- und Chirurgiegeräten zu vermeiden.
  • Die Verwendung von Pulverstrahlgeräten ("z. B. "Air-Flow") zu vermeiden.
  • Die Verwendung von Turbinen zu vermeiden.
  • Antiseptische Mundspülungen können dazu beitragen, eine Infektionsübertragung zu minimieren.
  • Möglichst unter Spanngummi („Kofferdam“) behandeln.
  • In Abhängigkeit von Art und Umfang der Exposition und des Infektionsrisikos entsprechende Persönliche Schutzausrüstung konsequent und ordnungsgemäß zu tragen. Die zusätzliche Verwendung von Visieren/Schutzschilden bei der zahnärztlichen Behandlung kann die Sicherheit weiter erhöhen.

Weiterhin sollte jede Form der Behandlung von Risikogruppen (Risikofaktoren: Alter ≥ 60 Jahre; Kardiale Vorerkrankungen ; Pulmonale Vorerkrankungen (z.B. Asthma, chronische Bronchitis); Chronische Lebererkrankungen; Diabetes mellitus; Onkologischer Patient; Immunsupprimierter Patient (Bedingt durch Erkrankungen oder Therapie)) auf ein absolut notwendiges Maß reduziert werden, besonders um Kontakte im Wartezimmer oder in der Praxis zu vermeiden.

Hinweis:
Weiterhin ist auch innerhalb des Behandlerteams eine personenindividuelle Risikoabschätzung gemäß den aktuellen RKI-Vorgaben (Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf: siehe obiger Absatz) zu beachten.

 

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Erstellt von: Andrea Mader, 17.03.2020

Aktualisiert von: Andrea Mader, 02.04.2020